10 Fragen an Anja Koch

Portrait von Anja Koch

1. Kannst Du dich erinnern, wann du zum ersten Mal erzählt hast?

Im Herbst 2014 hatte ich zwei Wochenend-Seminare bei Goldmund in München besucht und seitdem den Wunsch verspürt, irgendwo zu erzählen. Die Gelegenheit bot sich dann auch gleich beim „lebendigen Adventskalender“ in unserem Ort. Da stand trotz großer Kälte tatsächlich eine ganze Schar junger und älterer Menschen vor unserem Garagentor und alle lauschten meiner Geschichte. Das war schön.

2. Wie bist du zur Goldmund-Erzählerin geworden?

Manchmal weiß man etwas tief in sich drin und kann es nur noch nicht in Worte fassen. Zufällig habe ich vor vielen Jahren einen Zeitungsartikel über Goldmund gelesen und den aus einem Gefühl heraus einfach mal aufgehoben. Einige Jahre später habe ich Norbert bei einem Erzählabend in meiner Heimatstadt kennen gelernt – was für ein Zufall! Und plötzlich war da so viel Energie da für das Thema Erzählen, dass ich nicht mehr zögern konnte, sondern mich gleich für zwei Wochenend-Seminare angemeldet habe. Weil der Zeitpunkt günstig war und mir die Sache ja doch keine Ruhe gelassen hätte, habe ich dann bald darauf auch die Anmeldung zur Erzähler-Ausbildung in Buchenried abgeschickt. Jetzt bin ich mitten in der Ausbildung, die Zertifizierung ist im Mai, aber das Erzählen ist jetzt schon fester Bestandteil in meinem Alltag.

 

3. Wo erzählst du am liebsten?

Richtig gemütlich finde ich kleinere Erzählrunden, wo ein Blickkontakt zu jedem Einzelnen möglich ist. Ich habe seit einiger Zeit einen Raum zur Verfügung, in dem ich eigene Erzählabende veranstalte. Hier sitzen wir in ganz entspannter Atmosphäre bei Tee und Kerzenschein beieinander, meine Zuhörer lauschen den Geschichten und danach ergeben sich ganz wunderbare Gespräche. Ich bin dankbar für diese Gelegenheit des Übens.

 

4. Wie bringt man dich aus der Fassung?

Bisher ist zum Glück alles gut gegangen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es mich aus der Fassung bringen würde, wenn ich von einer Technik (Mikrofon, Licht, etc.) abhängig wäre, die nicht funktioniert und ich keine Ahnung hätte, wie man das behebt.

 

5. Es war einmal... deine allererste Erzählung.

Im Goldmund-Seminar war es „Die Prinzessin und der Mond“, eine Geschichte von einer kranken Prinzessin, die sich den Mond wünscht, um wieder gesund zu werden. Privat habe ich zuerst „Die Wunschjule“ beim „lebendigen Adventskalender“ erzählt – eine Geschichte für Kinder zum Thema Weihnachtswünsche.

 

6. Dein Tipp für das erste Mal?

Einfach vertrauen.

 

7. Wo findest du deine Geschichten?

Ich lese und lese und lese… Bei mir liegen in fast jedem Zimmer aufgeschlagene Bücher herum. Manchmal finde ich in all den Stapeln einen kleinen Geschichten-Schatz, aber das ist leider viel zu selten.

 

8. Dein schönstes Erzählerlebnis.

Ganz herzerwärmend war eine Veranstaltung zum heilsamen Singen, bei der mich die Veranstalterin gebeten hat, zwischendrin eine Geschichte zu erzählen. Der Sing-Abend mit über 100 Teilnehmern fand in einer Krypta statt. Alle haben bei der Geschichte gelacht – zum Glück an der richtigen Stelle. 

 

9. Wie bereitest du dich vor?

Wenn ich die Bilder zur Geschichte im Kopf habe, erzähle ich Teile der Geschichte bei jeder Gelegenheit vor mich hin – beim Autofahren, beim Bügeln, beim Kochen. Mein Mann fragt manchmal, mit wem ich da gerade gesprochen hätte, aber mittlerweile hat er sich an meine Selbstgespräche gewöhnt.

 

10. Was sind deine Pläne für die nächste Zukunft?

Ich möchte regelmäßige Erzählkreise in meiner näheren Umgebung aufbauen.

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