Die Goldmund-Wohn-Bibliothek in Feuchtwangen

Videovorstellung der Bibliothek - einfach aufs Bild klicken!


Seit 1998 sammeln wir Bücher für unsere Goldmund-Erzähl-Bibliothek. Mittlerweile beherbergt diese rund 450 Bände die wir der Öffentlichkeit zugänglich machen.

 

Die Bibliothek ist in einem Tiny House in einem großen Garten (1100qm) außerhalb von Feuchtwangen untergebracht. Feuchtwangen liegt an der "romantischen Straße" zwischen Rothenburg/Tauber und Dinkelsbühl und ist öffentlich gut erreichbar.

 

Sie können die Goldmund-Bibliothek als "Erzähl-Lese-Rückzugsort" mieten und dort auch wohnen (für bis zu vier Personen). Für Goldmund-Mitglieder:  Spende, Richtwert Euro 30,-/Übernachtung (regulär: Euro 50,-/Übernachtung) - Die Spenden werden ausschließlich für den weiteren Ausbau der Bibliothek verwandt.

 

Buchungsanfragen bitte über das Kontaktformular:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.

Alles was das Erzähl-Herz begehrt

"Ich war da - heim" 

Erfahrungsbericht aus der neuen Wohn-Bibliothek von Goldmund-Erzählerin Johanna Moll, 

Als erstes die Abwesenheit von Stadtgeräuschen, herrlich, nur ein Insektensummen und ein Blätterrauschen. Es klopft ein Buntspecht nur zwei Meter von meiner Liege entfernt. Ich lese gerade in dem Buch „Gestohlene Märchen“ von ganz unten links. Dann ruckelt ein Traktor vorbei, nebenan ist einer, der Holz macht und irgendwo in der Nähe schnaubt ein Pferd, das ich nie sehe. In der Dämmerung sehe ich zum ersten Mal eine Eule außerhalb vom Zoo. So ein stilles großes Vogeltier, was den Kopf ganz herumdrehen kann und es wirkt fast so, also schauen wir uns an. Das sind Abenteuer für Stadtmenschen. Genau wie Feuermachen, klappt sogar auf Anhieb. Und wie ist es auch schön auf dem Kompostklo, die Tür weit offen, Blick auf den Hesselberg.

Abends Stille, Bücher, Feuergeräusch und Feuerwärme aus dem Kamin. Ich wandere weiter zur Abteilung Autoren. Somerset Maugham, immer ein Genuss entführt mich ins Empire, in Zeiten, in denen man sich noch zum Dinner umzog. Am Ende stirbt ein Mann an einem Schluckauf. Bei der Sekundärliteratur finde ich endlich eine Erklärung für den Froschkönig aus paartherapeutischer Sicht. Aha denke ich, so ist das also mit dem Frosch-Mann. Edgar Alan Poe find ich nicht mehr so spannend. Eine Wespe brummt. Ich trinke noch einen Kaffee, bin da.

Ich bin sehr glücklich über drei Tage, in denen ich so viel lesen konnte, wie lange nicht mehr. Ich war auf Borneo, in England, in Frankreich, bei Menschenfressern, bei Rotkäppchen und in finsteren Wäldern. Ich bin weit herumgekommen mit der Goldmund Erzählbibliothek. Vielen Dank liebe Goldmünder, für diesen liebevollen Platz. Bis zum nächsten Mal!

Johanna Moll